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Cora vom Dach

von Luzia Kaul
Eine Adventsgeschichte für Jung und Alt – und ganz besonders für Hundefreunde.

ISBN 978-3-930376-88-9

Heiligabend, traumhaftes Weihnachtswetter! Alle Kinder und Enkel möchten zusammen mit Anna feiern. Alles ist perfekt. Doch Cora, eine Bernhardinerhündin, hat ihre eigenen Pläne ...
Eine spannende und sehr aufregende Geschichte für die Weihnachtszeit. Besonders Hundeliebhaber werden sie kaum beiseite legen können.

Es war kalt, ja, bitterkalt. Auf dem knochenhart gefrorenen Boden jagte der Ostwind glitzernde Eiskristalle vor sich her. Sie kräuselten sich hier und dort in kurzlebigen, zwergartigen Windhosen.
Alles war schneebedeckt: der Hof mit den mächtigen, uralten Kastanien, die ehemaligen Stallungen, die Schuppen mit ihren ineinander übergehenden Dächern, der Garten samt Fliederbusch, das Haus und die Hundehütte. Ein alles in allem perfektes Weihnachtswetter, wirklich, wenn, ja wenn man kein Hund war!

Cora lag in ihrer Hütte. Ihr riesiger Bernhardinerkopf war auf die Vorderpranken gestützt. Alles hatte sie im Blick: den Hof, die Straße, Frauchens Küchenfenster und, besonders aufmerksam, ihren Weihnachtsknochen. Am Heiligabend musste sie Jahr für Jahr das Haus zunächst verlassen. Ihr Frauchen, Anna, stürmte dann wie besessen und wie schon die Tage zuvor, durch alle Zimmer. Richtig ungemütlich! Und – was besonders übel war – sie hatte keine Zeit zum Spazierengehen oder Kraulen; auch strichen ihre Füße dann nie über ihr Fell, wenn sie einen Kaffee trank. All diese kleinen, wonnigen Annehmlichkeiten eines Hundelebens blieben aus, und Cora musste raus.

So lag sie in der dick mit frischem Stroh ausgelegten Hütte, langweilte sich und blinzelte ab und zu nach ihrem Knochen. Wenigstens an den hatte Anna gedacht. Äußerst sorgfältig hatte Cora ihn vor Stunden platziert. Er lag einerseits, von der Hütte aus betrachtet, gradlinig und somit für sie gut erreichbar, andererseits nur wenige Meter vom Holzschuppen entfernt. Dort in dem Schuppen trieben sich andauernd die Katzen herum. Ärgerlicherweise zwischen und auf dem Holz, wo sie, Cora, nicht an die Minitiger herankam. Dort fingen sie Mäuse oder spielten miteinander. Cora durfte nie mitspielen. Also hatte sie ihren kostbaren Knochen genau in deren Nähe in Position gebracht. Irgendwann musste dort etwas passieren. Geduld, ja, die brauchte sie dazu.
Mohrle, die alte Mutterkatze, schlenderte mit steil aufragendem Schwanz grazil quer über den Hof, fast schon angeberisch. Sie kannte sich aus. Auf Coras Knochen fiel Mohrle schon lange nicht mehr herein. Ihr feines, rosiges Näschen nahm zwar die verführerische Witterung auf, ihr Schwänzchen zuckte ein paar Mal, aber sie drehte mit Blick auf Cora ab und stolzierte ungerührt weiter. Cora hatte ihre abgeknickten, lebkuchenteigfarbenen Ohren leicht aufgestellt. Das war ja klar! Früher hatten die beiden sich bei so mancher heißen Verfolgungsjagd miteinander vergnügt. Aber irgendwann hatte Mohrle das nicht mehr eingesehen. Seither ging sie Cora in aufreizender Art und Weise aus dem Wege. Cora senkte die Ohren wieder ab. So eine Spielverderberin! Immerhin sorgte Mohrle alle paar Monate fleißig für Nachwuchs und versorgte den Hof und seine Hündin mit vergnüglichem Nachschub. Wenigstens das! Cora schnaubte, legte sich erneut bequem zurecht und blinzelte weiter.

Vor gut einer Stunde war Lore, Annas älteste Tochter, die mit ihrer Familie nur wenige Häuser weiter entfernt wohnte, schon angekommen. Ihre beiden Mädchen hatten Cora kurz gebührlich geknuddelt, waren jedoch sofort von ihrer Mutter gerufen worden. Welch eine Vernachlässigung! Auch von den beiden, die normalerweise nie von Coras Seite wichen, solange sie in Omas Nähe waren. Der Festtagsknochen, ihr Zeichen der Hoffnung, war immer noch unberührt. Cora döste ein wenig. Da! ...

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