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Das eigene Christkind

von Luzia Kaul
Eine Weihnachtsgeschichte für Jung und Alt – besonders für Familien, die Nachwuchs erwarten.

ISBN 978-3-930376-86-5

Heiligabend, bestes Winterwetter, und die ganze Familie kommt mit Kind und Kegel, um bei Oma Anna die Feiertage zu verbringen. Ein absoluter Glückstag, möchte man meinen. Doch Petrus beschwört – ausgerechnet an diesem Abend – den Albtraum aller werdenden Großmütter herauf!

Lea stürmte aus dem Auto. Wie hatte sie den heutigen Tag herbeigesehnt! Endlich, endlich war es soweit! Blitzschnell schaute sie sich im Hof ihrer Großmutter um. Zufrieden stellte sie fest, dass die Wagen ihrer Onkel und Tanten bereits parkten: Da war zunächst der grüne Geländewagen von Onkel Hermann, einem Bruder ihrer Großmutter Anna. Daneben stand der kleine, rote Flitzer von Markus, Oma Annas jüngstem Sohn. Bald würden er, seine Ulli und der kleine Jan wohl nicht mehr dort hineinpassen. „Ulli bekommt in Kürze ihr Baby!“, hatte Frauke, Leas Mama, gerade noch im Auto gesagt. Der riesige Wagen von Tante Lore und Onkel Michael überragte wie immer alle anderen. Er bot problemlos deren Kindern Alex, Nadja und Lisa sowie ihrem Hund Cookie und meist auch noch Tante Tina mit ihrem Sohn Lukas bequem und ausreichend Platz.

Lea hielt sich die Hand über ihre Augen. Die Sonne blendete das Mädchen. Denn sie lachte nur so vom blitzblauen Himmel und reflektierte ihre tanzenden Strahlen tausendfach in dem dick aufgebauschten, strahlend weißen Neuschnee. Aber außer ihr selbst, ihrer kleinen Schwester Mia, ihrem Papa Peter und ihrer Mutter war niemand auf dem Hof zu sehen. Abgesehen von ein paar Katzen natürlich, die sich auf Coras geräumiger Hundehütte genüsslich in der Sonne räkelten und nun sehr gelangweilt in ihre Richtung blinzelten.
„Oma, wir sind auch da!“, brüllte Lea nun, so laut sie nur konnte und lief in Richtung der weihnachtlich geschmückten Haustüre. Kaum hatte sie diese geöffnet, da umfing sie auch schon ein verheißungsvoll würziger Duft. Was es genau war, konnte sie nicht sagen. Es roch einfach so, wie es bei Oma zu Weihnachten halt immer riecht und erinnerte irgendwie an Apfelkuchen und die Glühweinstände der Weihnachtsmärkte – nur roch es noch viel besser.
„Guck mal, Lea, Oma hat für uns extra Kinderglühwein gemacht!“, strahlte Lisa sie an, die stolz ihren vollen Becher präsentierte. „Der schmeckt viel besser als der, den Onkel Hermann für die Großen gemixt hat!“, kommentierte Nadja und füllte Leas Becher.
„Na, na, na!“, widersprach Onkel Hermann, der alle Erwachsenen systematisch mit seinem Werk versorgte. „Schließlich verwende ich einen richtig guten Burgunder von der Ahr! Und ausschließlich frische, natürliche Gewürze als Zutaten! Etwas Besseres als den gibt es gar nicht!“, verkündete er mit Nachdruck.
„Ja, ja, aber unserer ist eben super kindercool!“, verteidigte Nadja ihren roten „Punsch“. Schließlich hatte Oma sie heute in die besonderen Geheimnisse der „Kinderglühwein- Herstellung“ eingeweiht.
„So, ich glaube, jetzt sind wir alle versorgt!“ Onkel Hermann ließ seinen Blick prüfend über die Häupter seiner Lieben schweifen. Oma erhob ihr Weinglas, räusperte sich und verkündete strahlend: „Ihr Lieben! Ich freue mich unbändig, dass ihr heute alle zu mir gekommen seid, um hier, in unserem Haus, zusammen Weihnachten zu feiern. Möge es ein wunderbares, uns allen unvergessliches Weihnachtsfest werden! Auf unsere Familie!“ Gläser klirrten glockenhell, die Tonbecher gaben ein weniger elegantes „Klock“ beim Anstoßen von sich, und in Omas Wohnstube entstand ein einziges Gewurstel, weil jeder mit jedem anstoßen wollte. Die Mädchen berührten mit ihren Gefäßen sogar die Kauknochen, die Cookie und Cora unterm Esstisch in Arbeit hatten, um tatsächlich auch niemanden zu vergessen.
„Hermann, was ist mit dir? Ist dir nicht gut?“ Besorgt hatte Anna ihren Bruder beobachtet. Ihr konnte er nichts vormachen.
„Ach, es ist nicht so schlimm! Seit gestern ärgert mich meine alte, verflixte Narbe wie wild. Du weißt ja, ich bin etwas wetterfühlig. Wenn das Wetter so wird, wie die mich malträtiert, dann ...“

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