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Die Schaukelpferdparade

von Luzia Kaul
Eine Adventsgeschichte für Jung und Alt.


ISBN 978-3-930376-89-6

Ein Traum von einem Ballkleid, ein wunderschönes Schaukelpferd und eine verflossene Jugendfreundschaft –aber was haben all diese Dinge bloß miteinander zu tun? Leas Gedanken kreisen auf dem geheimnisvollen Speicher ihrer Oma Anna unaufhörlich um die Frage: Soll all das für immer der Vergangenheit angehören? Lea sieht das völlig anders …


Lea traute ihren Augen kaum. Weshalb war sie noch nie auf diesem Speicher gewesen? Welche Geschichten mochten hinter all den unzählbaren Schachteln, Körben und abgestellten Möbeln stecken? Oder gab es hier möglicherweise sogar das ein oder andere Geheimnis zu entdecken? Das Mädchen stand staunend unmittelbar neben der ausziehbaren Speichertreppe in Omas Haus und sah sich um. Währenddessen bildete ihr Atem kleine, nebelhafte Wölkchen vor ihrem Gesicht, aber das bemerkte sie kaum. Oma Anna nahm vorsichtig vergilbte Kartons nacheinander in die Hand und inspizierte sorgfältig deren Inhalte. Irgendwo mussten die alten Kugeln doch stecken, die, die sie sich als allererste geleistet hatte. Damals, als ihr Ältester gerade auf die Welt gekommen war, ihr Peter. Eigentlich waren sie viel zu teuer gewesen, diese Kugeln. Aber ihr Tannenbaum sollte unbedingt traumhaft schön sein. Dessen war sie sich wider alle Vernunft ganz sicher gewesen, und so hatte sie diese Prachtstücke kurzerhand erstanden. Und nun stand sie heute mit Peters Ältester auf dem alten Dachboden. Wie rasch doch die Zeit verging!

Luise schaute aus dem Fenster. Ein grauer Schleier lag über der riesigen Stadt. Die Regentropfen, die an ihre Scheiben klatschten, rannen an dem Glas herunter und spülten den Staub von New York mit sich fort. Luise wickelte ihre Wollstrickjacke fester um ihren hageren Körper. Nein, sie konnte sich noch immer nicht an diesen Ort gewöhnen, obwohl sie bereits geraume Zeit hier lebte. Seit ihr Mann vor fünf Jahren gestorben war, sah sie die Häuserschluchten mit ihrem schier niemals enden wollenden Lindwurm aus lärmenden und stinkenden Autos mit anderen Augen an; so, als würde sie die gesamte Szenerie von außen her betrachten. In diesen Momenten fühlte sie sich nur noch fremd – gehörte sie überhaupt an diesen Ort? Üppige Weihnachtsdekorationen flimmerten hier und dort in den Schaufenstern. Ein kalter Schauer lief Luise über den Rücken. Schon wieder würde sie das Fest allein in diesem engen Apartment verbringen müssen, grauenvoll! Ihr John war regelmäßig von der Armee bereits nach kurzer Zeit von einem Stützpunkt zum anderen versetzt

worden. Tiefer gehende Freundschaften hatte sie deshalb nie recht schließen können. Die Menschen waren zwar meist nett zu ihr gewesen, das schon, aber eine echte Freundin hatte sie in all den Jahren nicht gefunden. Kurz dachte sie an ihre einstige Jugendfreundin. Das war etwas ganz anderes gewesen! Ob sie wohl noch lebte? Schade, sie hatte keine Ahnung, wohin das Leben sie verschlagen hatte.

„Ah, da sind sie ja!“, strahlte Anna. „Das kommt davon, wenn man solche Schätze zu sorgfältig wegräumt!“ Zufrieden hielt sie die eine oder andere Kugel hoch, betrachtete sie von allen Seiten und bettete ihren zerbrechlichen Fund andächtig zurück ins hauchdünne Seidenpapier. Lea steckte ihr Näschen ebenfalls neugierig in den Karton. „Wow, sind die schön! Die sind ja alle total verschieden! Und so bunt! Überhaupt hast du hier oben echt coole Sachen! Oma, ich will noch hierbleiben! Bitte!“

„Da staunst du, nicht wahr? Was sich im Laufe der Jahre alles so ansammelt! Ja, gut, wenn du willst, bleiben wir noch einen Moment.

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