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Mistelzweiggeflüster

von Luzia Kaul
Eine Adventsgeschichte für Jung und Alt – insbesondere für alle Hundeliebhaber.

ISBN 978-3-946766-16-2

Eigentlich halten Lea und Co. nach prächtigen Mistelzweigen Ausschau. Doch der Kooiker Dobby reckt währenddessen sein Näschen in den Wind und macht sich auf und davon. Augenblicklich heftet sich Lea an seine Pfoten und ist völlig entsetzt. Denn das, was Dobby aufstöbert, verschlägt nicht nur ihr die Sprache …


Lea lehnte sich weit über das Lenkrad hinaus und trat noch kräftiger in die Pedalen. Es waren nur noch wenige Tage bis zum 1. Advent. Doch niemand außer ihr machte sich anscheinend Gedanken über die Adventsvorbereitungen. Unglaublich! Blitzschnell riskierte sie einen kurzen Seitenblick. Nadja, ihre beinahe zwei Jahre ältere Cousine, blieb ihr nach wie vor auf den Fersen, dicht gefolgt von Lena, die erst während der letzten Herbstferien in Leas Nachbarschaft gezogen war. Aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Jahres wollte Lenas Familie nun lieber in einem eigenen Haus auf dem Lande leben und einen Garten zum Herumtollen nutzen können. Von Anfang an waren sich die Mädchen sympathisch gewesen.
Lea heftete erneut ihren Blick auf den hart gefrorenen Waldweg und begann im Stehen so schnell zu strampeln, dass die Tannen am Wegesrand noch rascher an ihr vorbeihuschten. Hübsch weiß waren sie leider noch nicht. Dobby galoppierte mit fliegenden Ohren und flatternder Seidenrute ein gutes Stück vor ihr her. Ihm konnte es gar nicht schnell genug gehen, wusste das Mädchen. Während Cookie, Nadjas fuchsrote Promenadenmischung, ihnen kaum mehr folgen konnte. Kein Wunder, denn der war bereits zwölf Jahre alt, wollte aber dennoch die Mädchen immer noch bei ihren Ausflügen unbedingt begleiten. Spätestens bei der nächsten Rast würde er sie wieder einholen, das war sicher. Da er sich weder für Rehe, noch für irgendwelche Häschen interessierte, war es auch weiter kein Problem, ihn alleine nachkommen zu lassen.

Lea wollte unbedingt vor Nadja und Lena Oma Annas Streuobstwiese erreichen. Es war bereits Mitte November und somit allerhöchste Zeit, dort nach beeindruckend großen Mistelzweigen Ausschau zu halten. Davon brauchten sie gleich mehrere: ein Prachtexemplar für Oma Anna, dann jeweils einen für die vier Familien von Annas erwachsenen Kindern sowie einen für Omas Bruder Hermann. Natürlich bekamen Omas Freundinnen auch ein paar schöne Zweige. Selbstverständlich sollte auch Lena einen besonders imposanten für ihr Daheim bekommen.

„Dobby, straight!“, befahl Lea ihrem Hund an der nächsten Kreuzung. Es war so praktisch, dass sie ihn mit Zurufen vom Rad aus dirigieren konnte. Noch eine kleine Steigung, dann befanden sie sich bereits in Sichtweite der besagten Wiese. Lea riskierte nochmals einen Seitenblick und grinste breit über das ganze Gesicht. Sie hatte einen beachtlichen Vorsprung vor den anderen.

Bedächtig kam ein Fahrzeug auf sie zu. Das Motorengeräusch war Lea nur allzu vertraut. Flink fuhr sie zur Seite, rief ihren Hund zurück und stieg vom Rad. Dobby schaute sich kurz nach ihr um und war augenblicklich neben ihr. Und das aus gutem Grund. Denn wenige Augenblicke später hielt Onkel Hermann seinen Geländewagen an. Hermann hatte immer die allerunwiderstehlichsten Leckereien, wusste Dobby. Erwartungsfroh schaute der Hund in Richtung der Fahrertür. Und richtig. Wie von Geisterhand fuhr bereits das Fenster herunter.

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