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Operation Sternschnuppe
und weitere Adventsgeschichten

von Luzia Kaul
Eine Adventsgeschichte für Jung und Alt.

ISBN 978-3-946766-10-0

Kein Adventstreffen in diesem Jahr bei Oma Anna, nur weil die Erwachsenen so viel um die Ohren haben? Lea ist empört – doch nicht lange. Kurzerhand plant sie eine gemütliche Schneewanderung mit einer Überraschung, die es in sich hat …


Lea stand wie angewurzelt da und bekam ihren Mund einfach nicht mehr zu. Wie gut, dass sie auf Socken die Treppe heruntergekommen war! Frauke, ihre Mutter, hatte sie offenbar nicht kommen hören. Sie faltete einen riesigen Berg Wäsche und telefonierte gleichzeitig mit ihrer Schwägerin. „Lore, ich bin ja heilfroh, dass du das genauso siehst wie ich. Mir wächst einfach alles über den Kopf! Es ist zwar richtig super, dass ich meine alte Stelle nach der Elternzeit wieder bekommen konnte, aber der Haushalt tut sich schließlich nicht von allein! Peter hilft mir, wo er nur kann, da kann ich mich beim besten Willen nicht beschweren, aber viel Freiraum bleibt nun mal nicht übrig. Echt, ich wünsche mir wenigstens an den Wochenenden ein klein wenig Ruhe! Die Adventstreffen bei Anna sind ja gut und schön – aber was zu viel ist, ist zu viel!“ Lea kaute an ihrer Unterlippe herum. Sollte das etwa bedeuten, dass es in diesem Jahr kein Adventstreffen bei Oma Anna geben würde? Kein Großfamilientreffen, bei dem sie alle lustig durcheinander wuselten, lauter leckere Naschereien verputzten, das Miteinander, den Winter, den Schnee – und, ach, einfach alles genießen konnten? Kein fühlbares ‚Alles ist gut!‘? Genau so hörte sich das an! Schon holte sie tief Luft und wollte ihren Protest lauthals heraus brüllen. Doch dann hielt sie sich im letzten Moment zurück und setzte sich stattdessen leise auf eine der Treppenstufen. Schließlich war sie kein kleines Kind mehr. Möglicherweise hatte sie etwas völlig missverstanden. Denn was Tante Lore sagte, konnte sie leider nicht hören. Ihre Mutter nickte eifrig zustimmend, während sie eilig weiter Handtücher faltete. „Genau, Lore. Es bleibt dabei! Du redest mit deiner Mutter und machst ihr klar, dass das alles sowieso langsam zu viel für sie ist, und ich spreche mit dem Rest eurer Geschwister, also mit Markus und Tina. Den beiden wird es auch nicht anders als uns ergehen, würde ich meinen. Wie bringen wir das nur Onkel Hermann bei? Was denkst du? Ich glaube, das sollte mein Mann am besten machen. Schließlich ist Peter Hermanns Neffe. Wie ich meinen Schatz kenne, wird er genau den richtigen Ton treffen. Lassen wir stattdessen wenigstens mal an einem Wochenende unsere Seelen baumeln. Das wird uns allen sicherlich richtig gut tun, du wirst sehen!“ Lea kämpfte mit den Tränen. Es war also wahr! Sie hatte sich anfänglich ganz und gar nicht verhört! Die Erwachsenen würden tatsächlich dafür sorgen, dass es diesen wunderbaren Nachmittag einfach nicht mehr geben wird! Leas Mund wurde ganz trocken und ihre Augen begannen zu brennen. Schlagartig sprang sie auf, stampfte so schnell sie konnte die Treppe hinauf, lief quer durch den Flur und knallte ihre Zimmertür laut zu. Mit einem Satz lag sie auf ihrem Bett und vergrub ihr Gesicht in den Kissen.

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