SP9A1189(4).jpgIMG_0776(2).jpgIMG_2168 a.jpgolbrueck3.jpgolbrueck2.jpg2016-12-rot2.jpg2016-12-rot1.jpgSP9A1229(2).jpgwinterlake3.jpgIMG_0881_2.jpg2017-02-pic1.jpgscheune1.jpg2017-02-pic4.jpgIMG_0906_2.jpgwinterlake4.jpgIMG_0005(2).jpg2017-02-pic2.jpgIMG_2178_a2.jpg2017-02-pic3.jpgscheune2.jpgIMG_0888_2.jpg

Dobbys Knuspermäuse


Mäuse sind in der Regel grau – das weiß jeder.
Manche von ihnen sind aber gelegentlich auch graubraun
oder gar weiß – es kommt ganz darauf an.
Dennoch werden wir uns sicherlich darauf einigen können,
dass viele von ihnen üblicherweise graue Mäuschen sind.

Jedoch einmal − ein einziges Mal im Jahr –
geschieht etwas gänzlich Unerwartetes, Unerklärliches:
Kurzfristig taucht  eine völlig andere Untergattung auf,
duftend und knusperbraun!
Zudem schmecken diese ganz besonders köstlich …
so gut, wie niemals sonst!
Genau genommen: schlichtweg anders!

Jedenfalls freue ich mich Jahr für Jahr tierisch
auf diese außergewöhnliche Spezies!
Die Entstehung dieser Köstlichkeit ist an bestimmte Bedingungen geknüpft,
das habe ich genau beobachtet!
Förderliche Faktoren sind dabei zum Beispiel:
ein schellendes Telefon,
WhatsApp-Nachrichten
oder jemand, der uns besuchen kommt.
Tritt eines dieser Ereignisse ein, so darf ich voller Hoffnung sein!
Erwähnte ich bereits, dass es zudem draußen bitterkalt sein muss? Nein?
Auch das ist eine der unverzichtbaren Voraussetzungen.

Weshalb ich das erzähle?
Nun, es schneit endlich
und meine grandiose Nase sagt mir, dass ich achtgeben sollte.
Folglich liege ich in der Küche maximal im Weg
und starre abwechselnd die Türe und das Telefon an.
Denn eins von den beiden sollte etwas unternehmen.
Gelegentlich funktioniert diese Strategie …

Und: bingo!
Das Telefon hat sich von meinen sehnsüchtigen Blicken erweichen lassen
und rappelt hübsch laut.
Und: juchhe!
Ich kann meine Lieblingsmäuse schon riechen!

Nun kommt Frauchen zurück in die Küche und schimpft fürchterlich:
ein sehr gutes Zeichen!
Sie bückt sich, zieht etwas aus dem heißen Loch heraus,
knallt ein viereckiges Ding fluchend auf den Tisch −
und ich freue mich:
denn das, was dort auf diesem Blech liegt – gehört nun mir allein!
Diese länglichen, braunen, knusperigen, süßen Mäuse!

Mein Frauchen hat keine Ahnung:
Es nennt sie verächtlich: „verbrannte Plätzchen“.
Mir ist’s recht!

© Luzia Kaul